Das Foto zeigt typische Objekte jüdischen Lebens, die mit dem Chanukka-Fest verbunden sind. Neben drei Dreideln, Spielzeugen, ist das Gebäck Sufganiyah zu sehen. Im Hintergrund liegen bunte Kerzen. | Bild von Ri Butov auf Pixabay

Statement zum Antrag „Synagoge in Potsdam endlich errichten“

Jüdisches Leben in Brandenburg verdient einen sichtbaren Platz in der Mitte unserer Gesellschaft. Dazu gehört eine Synagoge in Potsdam, das als einzige Landeshauptstadt Deutschlands bisher über keine verfügt. Seit mehr als 20 Jahren engagieren sich Jüd*innen und Nicht-Jüd*innen für den Bau. Bisher ist es jedoch immer wieder zu Konflikten und Unterbrechungen hinsichtlich des Bauvorhabens gekommen. Daher bringt die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Brandenburger Landtag gemeinsam mit ihren Koalitionspartnern von SPD und CDU sowie mit den Fraktionen DIE LINKE und BVB / FREIE WÄHLER heute einen Antrag ein, der die forcierte Wiederaufnahme des Bauvorhabens in Zusammenarbeit mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland bzw. der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland begrüßt. Wir fordern die Landesregierung gleichzeitig dazu auf, dabei die Bedürfnisse aller künftigen Nutzer*innen zu berücksichtigen.

Dazu sagt Marie Schäffer, Landtagsabgeordnete für Potsdam:

„Alle Beteiligten sind sich einig, dass es 82 Jahre nach der Schändung der Alten Synagoge in Potsdam höchste Zeit ist, dass Jüd*innen in Potsdam und Brandenburg wieder einen Ort haben, an dem sie in Würde und Sicherheit ihre Kultur und Religion pflegen und feiern können. Ich bedaure, dass die Konflikte um den Bau bisher nicht aus eigener Kraft gelöst werden konnten, und begrüße daher, dass mit der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland ein jüdischer Betreiber gefunden wurde, der als neutrale Instanz den Bau vorantreiben und zwischen den verschiedenen Interessengruppen vermitteln möchte.

Damit der geplante Bau zu dem Zentrum jüdischen Lebens wird, als das er gedacht ist, darf der Austausch mit allen Beteiligten jetzt nicht abreißen. Die aufgetretenen Konflikte sind hinlänglich bekannt, aber die Hoffnung auf einen gemeinsamen Weg in die Zukunft darf nicht aufgegeben werden. Das Angebot der Zentralwohlfahrtsstelle an alle jüdischen Gemeinden in Potsdam, sich an der Wiederaufnahme des Bauvorhabens konstruktiv zu beteiligen, bietet hoffentlich die Chance, alte Verletzungen zu heilen und zu versöhnen. Denn die Potsdamer Synagoge muss ein Ort für alle Jüd*innen werden, damit sie ein stabiles Fundament für das wieder aufblühende jüdische Leben in Potsdam werden kann.

Als Potsdamer Landtagsabgeordnete werde ich den weiteren Prozess eng begleiten und mich dafür einsetzen, dass gemeinsame Lösungen gefunden werden können. Das Ziel muss sein, dass die geplante Einweihung des Synagogenzentrums im Jahr 2023 für alle jüdischen Menschen in Potsdam und Brandenburg ein Anlass zur Freude wird.“

HINTERGRUND

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